Überforderung
In der Hundewelt ist es wie in unserer Menschenwelt. Überforderung, Stress und Hektik begleiten den Alltag von so manchem Hund. Nicht, weil Hund das so wählt. Hunde orientieren sich an ihrem Menschen. Hunde lernen wie alle Lebewesen durch Nachahmung.
Wenn nun Mensch den Tag mit Plänen vollgestopft hat, dem Wahnsinn der Leistung verfallen ist und selber unter Dauerstress und Anspannung steht, überträgt er das auf seinen Hund.
Hunde sind viel wahrnehmende Wesen. Und sie würden, wenn sie dürfen, ihre Spaziergänge gemütlich angehen. Gucken und lesen, wer vor ihnen schon da war und sich entspannt den Dingen zuwenden, die es zu entdecken gibt. Hunde brauchen keine Schule oder Training. Das Leben selber fordert genug.
Kein Raubtier begibt sich freiwillig in Stresssituationen ausser auf der Jagd. Energie sparen ist ihr Motto. Und geniessen. Eintauchen, wahrnehmen, aufnehmen, sich erfreuen ab dem Leben. Dabei sein.
So machen wir unseren Hunden in meinen Augen das grösste Geschenk, wenn wir mit ihnen entspannt sind. Ohne Leistungsideen oder Plänen. Den Spaziergang nutzen, um zu atmen, uns entspannend zu bewegen, zu gucken und zu entschleunigen. Uns bewusst zu werden, dass wir nicht davon rennen brauchen. Weil es sinnlos ist. Weil wir eh niemals schnell genug rennen, es in einer Leistungsgesellschaft sowieso nie genug ist. Dafür umso heilsamer, wenn wir uns wieder erlauben zu fühlen. Mit dem zu sein was ist. Wie unsere Hunde.
Hunde sind wundervolle Begleiter, die uns zurück ins Vertrauen, in die Harmonie und Freiheit führen können. In die Heilung. Denn Heilung geschieht von innen, durch Bewusstsein. Wenn wir statt anzuführen uns auf die HundeWelt einlassen können.
Denn Hunde brauchen keine Anführer oder Menschen, die ihnen etwas beibringen, sagen wo es lang geht und was richtig und falsch ist. Hunde brauchen Freunde, die ihnen beistehen und sie in ihrem Sein stärken. Begleiter, die sehen, dass Hunde tun, was Hunde eben tun. Weil sie Hunde sind.
Genau so, wie du und ich uns wünschen, dass wir so angenommen werden, wie wir sind. Uns den Dingen widmen dürfen, die uns interessieren und Freude bereiten.
Von Herz zu Herz, Franziska